Die konservative Therapie des Lipödems verbessert den Lymphfluss, ihr Ziel ist ausschliesslich die Linderung des typischen Druckschmerzes.

 

Hierfür bedient man sich der erstmals von Emil Vodder beschriebenen Manuellen Lymphdrainage (MLD), bei der durch die Hände des Physiotherapeuten der Lymphfluss aus dem Körpergewebe in die Lymphbahnen gelenkt wird. Diese Therapie beginnt immer in der Region der Schlüsselbeine, wird mit einer zentralen Entstauung am Körperstamm fortgesetzt und endet an den Extremitäten. Manuelle Lymphdrainage sollte bei Lipödemen mit einer Dauer von 60 Minuten bis zu 3x in der Woche durchgeführt werden. Ziel dieser Drainagebehandlung ist, den Druckschmerz aus dem Fettgewebe der lipödematösen Arme und Beine zu nehmen. Eine Umfangsverbesserung oder gar Fettreduktion ist nicht zu erwarten.
Der Erfolg stellt sich nur dann ein, wenn der erneute Rückfluss aufgehalten wird. Deshalb müssen die Extremitäten mit Kompressionsstrümpfen an Armen und Beinen bekleidet werden. Eine flachgestrickte Kompressionsware muss individuell angepasst werden und ist bei diesem lymphologischen Krankheitsbild nicht zu umgehen, da die Fettmengen an den Extremitäten unförmig sind. Rundgestrickte Konfektionskompression ist in Sitz und Form unzureichend. Die Kompressionsbekleidung muss ganztägig dauerhaft getragen werden.

 

  • Das Lipödem (Lipohyperplasia dolorosa) ist eine angeborene Fettverteilungsstörung, die konservative Therapie muss lebenslang durchgeführt werden.