Sind Ödem und Schwellung aufgrund einer Zerstörung der Lymphbahnen, sei es durch Entfernung der Lymphknoten oder sei es durch direkten Einfluss auf die Lymphbahnen erfolgt, so bezeichnen wir eine solche Störung als sekundäres Lymphödem. Die operative Entfernung der Lymphknoten lässt sich bei Krebserkrankungen oft nicht umgehen.  In der Folge kommt es häufig zu Extremitätenschwellungen: bei Brustkrebspatientinnen ist jede dritte Frau vom Lymphödem betroffen, bei Operationen wegen Gebärmutterkrebsen oder Prostatakrebsen jeder vierte Patient.

Beim sekundären Lymphödem gibt es verschiedene Möglichkeiten der Therapie, die auf eine Verbesserung des Lymphrückflusses zielen und eine Umfangsverminderung der betroffenen Extremität erreichen sollte. Dies gelingt nur dann, wenn die Lymphflüssigkeit sich durch die Komplexe Entstauungstherapie noch aus dem Gewebe verdrängen lässt. Im Laufe der Zeit lagert sich allerdings zusätzlich zur Flüssigkeit festes Gewebe in der betroffenen Extremität ab.
Neueste Forschungen legen die Vermutung nahe, dass es sich hierbei nicht um Fettgewebe handelt, sondern um eine schwammartige, eiweiß-zuckerhaltigen Gewebeverbindung handelt. Dieses Proteoglykan bindet viel Wasser. Da in der Lymphödem-gestauten Extremität die Fehlinformation „hier liegt viel Flüssigkeit vor“ an die Regulationsmechanismen des Körpers gesendet wird, bemüht sich der Organismus durch Aufbringen von noch mehr Proteoglykan diese Flüssigkeit zu sammeln. Dies misslingt, führt zu einer Zunahme der Schwellung und zur festen Umfangsvermehrung der gesamten Extremität. Diese Schwellung ist dann nicht mehr dellbar, so wie es zu Beginn der Erkrankung der Fall war.

 

  • Eine solche solide Umfangsvermehrung kann durch manuelle Lymphdrainage und Kompression nicht mehr rückgängig gemacht werden.