Lipödem Stadium 1

Lipödem Stadium 1: Symptome frühzeitig erkennen

Schwere Beine, ein unangenehmes Spannungsgefühl und Schmerzen sind meist die ersten Anzeichen für ein Lipohyperplasia Dolorosa (LiDo). Ein unkontrolliertes Wachstum des Fettgewebes kann bereits im Frühstadium der Erkrankung große Schmerzen verursachen. Wird das Lipödem rechtzeitig erkannt, kann die richtige Behandlung die Beschwerden deutlich lindern.

 

Die wichtigsten Punkte vorab:

  • Das Lipödem lässt sich in drei Stadien unterteilen.
  • Charakteristisch für Lipödem Stadium 1 sind: glatte Hautoberfläche, untere Hautschichten sind gleichmäßig verdickt, tastbare Verdickungen im Gewebe, keine oder nur geringe Schwellungen
  • In erster Linie sind Beine betroffen, bei den meisten Patientinnen manifestiert sich die Krankheit auch an den Armen
  • Die lebenslang konsequent durchgeführte KPE (komplexe physikalische Entstauungstherapie) lindert die Schmerzen
  • Zur Entfernung der Fettpolster bietet sich die Liposuktion als Lymphologische Liposculptur™ nach Prof. Cornely an, die Kosten werden jedoch erst ab Stadium 3 von den Krankenkassen übernommen.
Lipödem Stadium 1


Erste Symptome bei Lipödem Stadium 1 sind schwere Beine, Spannungsgefühl und Schmerzen in den Beinen sowie tastbare Verdickungen.


Lipödem Patientin im Stadium 1

Definition: Was ist ein Lipödem Stadium 1?

Das Lipödem ist eine chronische Fettverteilungsstörung, die ausschließlich bei Frauen auftritt. Die Anzahl der Fettzellen erhöht sich, was zu Volumenzunahme und Umfangsvermehrung der Beine und Arme und in der Folge zu gesundheitlichen Problemen führt. Bisher sind die genauen Auslöser noch unbekannt, es gibt jedoch deutliche Hinweise auf genetische und hormonelle Auslöser. In vielen Fällen ist eine familiäre Häufung zu beobachten, die auf erblich bedingte Ursachen hindeuten. Weiterhin ist zu beobachten, dass sich die Erkrankung im Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen manifestiert oder verschlimmert, beispielsweise in der Pubertät, nach einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. 

 

Die Schmerzhaftigkeit, das Symptom der LiDo, neigt zur stetigen Verschlimmerung. Das Lipödem Stadium 1 wird häufig als klassische Cellulite fehlgedeutet. Viele Patientinnen scheuen in dieser Phase den Arztbesuch und wissen nicht, dass Sie an einer schmerzhaften Fettverteilungsstörung leiden.

 

Experten schätzen, dass in Deutschland rund vier Millionen Menschen von dieser Fettverteilungsstörung betroffen sind. Dabei werden bei sehr schlanken und normalgewichtigen Frauen, die Schmerzen in Beinen und oft auch Armen haben, Lipödem-Erkrankungen häufig übersehen.

 

Leider ist es insbesondere bei Lipödem Stadium 1 nicht einfach, die Anzeichen für eine Erkrankung zu erkennen. Es kommt daher häufig vor, dass die richtige Diagnose erst nach langem Leiden gestellt wird. Im Gegensatz zu klassischem Übergewicht bewirken Ernährungsumstellung und Sport beim Lipödem allerdings keine Umfangreduzierung oder Schmerzlinderung.

 

 


Was tun bei Lipödem Stadium 1?

Wenn Sie erste Anzeichen für ein Lipödem feststellen, sollten Sie sich an einen Lymphologen wenden, im besten Fall sind Lipödem-Zentren oder Fachärzte wie Dermatologen, Phlebologen und Lymphologen die idealen Ansprechpartner. Die Diagnose stellt ein erfahrener Facharzt auf Basis von Anamnese und körperlicher Untersuchung, zunächst sind andere Erkrankungen (Adipositas etc.) auszuschließen.

 

Der Mediziner fragt beispielsweise nach den Beschwerden der Patientin und sucht nach Hinweisen auf eine familiäre Häufung der geschilderten Symptome. Weitere Kriterien sind das optische Erscheinungsbild und das Ergebnis der Tastuntersuchung.

 

In vielen Arztpraxen fehlt leider noch immer das Bewusstsein für diese schmerzhafte Erkrankung, es kommt daher häufig zu Fehldiagnosen und einem langen Leidensweg. Eine starke Gewichtszunahme wird in vielen Fällen als Adipositas diagnostiziert und die Schmerzen in den Extremitäten als Folge des Übergewichts fehlgedeutet.

 

Es ist jedoch unverzichtbar, dass die richtige Diagnose möglichst frühzeitig gestellt wird, damit bereits im ersten Stadium der Erkrankung die richtige Behandlung beginnen kann.

 

 

Bild Wartezimmer CG LYMPHA


Lipödem Stadium 1 Bilder

Je nach Stadium können die Symptome und Auswirkungen eines Lipödems mehr oder weniger stark variieren. Zu Beginn erinnert das Hautbild an Cellulite, im weiteren Verlauf führt das wachsende Lipödem-Fett zur Entstehung von tiefen Dellen und Fettlappen. Die nachfolgenden Bilder verdeutlichen Ihnen, wie sich das Lipödem im ersten Stadium zeigt.


Lipödem im Stadium 1

Lipödem Stadium 1 erkennen

Insbesondere im ersten Stadium der Erkrankung ist vielen Frauen nicht bewusst, dass sie unter einem Lipödem leiden. Im frühen Stadium ist es keineswegs einfach, eine Fettverteilungsstörung zu erkennen. Das Körpergewicht steigt, die Oberschenkel nehmen an Umfang zu und die Haut zeigt erste Anzeichen von Cellulite.

 

In den meisten Fällen werden die klassischen Symptome der Fettverteilungsstörung dahingehend interpretiert, dass Ihnen mit gesunder Ernährung und Sport entgegengewirkt werden kann. Zeigt sich trotz eines Gewichtsverlustes keine wesentliche Veränderung des Beinumfangs, kann dies ein erstes Anzeichen für ein Lipödem sein. Wenn Sie die typischen Symptome kennen, kann bereits im ersten Stadium der Verdacht auf eine Erkrankung aufkommen. In diesem Fall ist es wichtig, dass Sie, so früh wie möglich, einen erfahrenen Lymphologen aufsuchen.


LIPÖDEM Stadium 1: 6 Hauptsymptome

Lipödem Stadium 1 angezeichnet auf Oberschenkel

Bei vielen Frauen zeigen sich die ersten Symptome bereits ab der Pubertät, die Mehrzahl erkrankt im Alter von rund 20 bis 30 Jahren. Das Lipödem (Lipohyperplasia Dolorosa) ist eine schmerzhafte Erkrankung, die Symptome sind jedoch von Frau zu Frau unterschiedlich stark ausgeprägt.

 

1. Symmetrische Volumenzunahme bei Lipödem:

Das Lipödem tritt grundsätzlich symmetrisch auf, es sind beispielsweise beide Beine gleichermaßen betroffen. Es ist häufig eine Tendenz zu reithosenartigen Veränderungen vom Knöchel bis zur Leiste bzw. vom Handgelenk bis zur Schulter zu erkennen.

 

2. Glatte Hautoberfläche, leichte Orangenhaut:

Im ersten Stadium des Lipödems zeigt sich eine glatte Hautoberfläche. Schieben Sie die Haut und das Unterhautgewebe leicht zusammen (Pinch-Test), kann sie an eine beginnende Cellulite erinnern. Es ist meist eine gleichmäßige Verdickung der unteren Hautschichten ertastbar.

 

3. Schmerzen, Spannungsgefühle und Missempfindungen in den Extremitäten:

Spontane Schmerzen sowie unangenehme Spannungs- und Schwellungsgefühle gehören ebenfalls zu den klassischen Leitsymptomen. Viele Patientinnen klagen über schwere Beine und verzeichnen bereits bei leichter Berührung der betroffenen Körperregionen mehr oder weniger starke Schmerzen. Im Laufe eines Tages kann es zu einer vermehrten Flüssigkeitszunahme im Gewebe kommen, besonders bei langem Stehen nehmen die Schmerzen deutlich zu. Bei fortschreitender Erkrankung kann es auch ohne Berührung zu starken Schmerzen kommen.

 

4. Ödeme:

Es kommt zu Flüssigkeitseinlagerungen im krankhaft veränderten Fettgewebe, die bereits im ersten Stadium der Krankheit unangenehme Schmerzen verursachen. Bei starker Beanspruchung durch langes Stehen oder Sitzen führt selbst das Hochlagern der Beine nicht zu einer nennenswerten Schmerzlinderung. Die Menge des Fettgewebes ist nicht maßgeblich für die Schmerzen, entscheidend ist die im Gewebe eingelagerte Flüssigkeit. Sogar bei optisch kaum wahrnehmbaren Fetteinlagerungen kann es daher durchaus zu starken Schmerzen kommen. Dies ist typisch für Stadium 1.

 

5. Neigung zu Hämatomen:

Bereits beim Lipödem Stadium 1 kann eine erhöhte Kapillarfragilität vorliegen, die eine starke Neigung zur Bildung von Hämatomen bedingt. Durch geringe Druckbelastungen oder leichte Stöße entstehen deutliche Blutergüsse.

 

6. Missverhältnis der Proportionen:

Voluminöse Beine und eine schlanke Taille sind typisch für die Erkrankung, während Hände und Füße schlank sind und keine Schwellungen aufweisen. Allerdings zeigt sich dieses charakteristische Leitsymptom meist erst bei fortschreitender Erkrankung, bei Lipödem Stadium 1 sind in der Regel keine oder nur geringe Schwellungen vorhanden. Dennoch kann in Einzelfällen schon in der Frühphase ein sichtbares Missverhältnis der Körperproportionen bestehen.

 

Die erblich bedingte Vermehrung des Fettgewebes kann sich je nach Patientin unterschiedlich manifestieren, in der Regel sind jedoch in erster Linie die Beine betroffen. Es lassen sich unterschiedliche Verteilungsmuster feststellen:

  • Oberschenkel
  • Ober- und Unterschenkel
  • Unterschenkel
  • Arme

In der medizinischen Literatur ist immer wieder zu lesen, dass bei rund 30 bis 60 Prozent der Patientinnen auch die Arme betroffen sind. Die Praxis zeigt jedoch, dass in rund 90 Prozent aller Fälle auch an den Armen entsprechende Fettansammlungen vorhanden sind. Da sich viele Frauen jedoch in erster Linie aufgrund der zunehmenden Beinschmerzen erst vier bis fünf Jahre nach dem ersten Auftreten der Beschwerden an einen Haus- oder Facharzt wenden, liegt der Fokus zunächst auf der Abklärung eines möglichen Venenleidens und die Arme bleiben zunächst unbeachtet.

 

 

Behandlungsmethoden
Bandage  am Bein

Behandlung bei Lipödem Stadium 1

Die Linderung der Symptome hängt maßgeblich davon ab, dass die Diagnose möglichst bereits im ersten Stadium erfolgt. Bei der KPE (komplexe physikalische Entstauungstherapie) handelt es sich um eine konservative Therapie, die manuelle Lymphdrainage (MLD) mit einer individuell angepassten Kompressionsbestrumpfung verbindet:

 

Manuelle Lymphdrainage:

Mittels manueller Lymphdrainage aktivieren erfahrene Physiotherapeuten den Lymphabtransport, damit die eingelagerte Flüssigkeit aus dem Gewebe gelangt.

 

Kompressionsbekleidung:

Damit der durch die manuelle Lymphdrainage erzielte Effekt möglichst lange bewahrt wird, ist das Tragen individuell angepasster Kompressionsbekleidung unerlässlich. Das spezielle Material übt einen konstanten Druck auf das Gewebe aus und trägt zu einer Verbesserung des Lymphflusses bei. Die Flüssigkeitseinlagerung wird deutlich vermindert und die Patientin bleibt länger schmerzfrei.

 


Operative Behandlung:

Zusätzlich ist ausreichend Bewegung und eine gute Hautpflege nötig. Die KPE mindert lediglich die Symptome des Lipödems, führt jedoch nicht zu einer Umfangreduzierung. Die Behandlung zielt ausschließlich auf die Linderung der Beschwerden ab und dient nicht der Fettreduktion. Für einen langfristigen Erfolg ist die konservative Therapie konsequent und lebenslang durchzuführen.

 

Alternativ bietet sich die operative Entfernung der krankhaften Fettpolster im Rahmen einer Lymphologischen Liposculptur an. Im Gegensatz zu einer operativ-ästhetischen Fettabsaugung erfolgt die Lipödem-Operation nicht im Criss-Cross-Verfahren und wird explizit achsengerecht zur maximalen Schonung der Lymphgefäße vorgenommen. Der Eingriff ist medizinisch indiziert und dient der dauerhaften Verbesserung der Lebensqualität. 

CG LYMPHA Lymphschleife
Was kostet ein Liposuktion?

Lipödem Stadium 1: Kosten der Operation

 

In der Vergangenheit übernahmen die meisten Krankenkassen die Kosten für eine Liposuktion nur in wenigen Ausnahmefällen. Seit 2020 zählt die Lipödem-OP in Stadium 3 jedoch zu den Kassenleistungen, diese Kostenübernahme ist jedoch derzeit befristet bis 2024 und an gewisse Vorraussetzungen geknüpft. Es ist zu erwarten, dass bis zum Ende der Fristsetzung entscheidende Erkenntnisse aus einer Erprobungsstudie zur Wirksamkeit der Liposuktion vorliegen.

 

Allerdings ist zu beachten, dass die Krankenkassen die Kosten lediglich bei Lipödem Stadium 3 übernehmen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass eine frühzeitig durchgeführte Liposuktion vielen Patientinnen viele Jahre des Leidens ersparen kann.

 

Eine Liposuktion kann daher durchaus schon im Stadium 1 erfolgen. Da eine konservative Therapie in der Regel ein Leben lang erforderlich ist, sind die Kosten für den operativen Eingriff in der Regel deutlich niedriger als für die KPE. Eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfolgt beim Lipödem Stadium 1 leider nicht, die Patientinnen zahlen die Kosten in diesem Fall aus eigener Tasche.

 


Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die operative Entfernung von einem Lipödem erst ab Stadium 3 und nur unter bestimmten Voraussetzungen.


Schmerzfrei nach Lipsuktion

Ist ein Lipödem Stadium 1 heilbar?

Das Lipödem ist nach aktuellem Stand selbst im ersten Stadium durch KPE nicht heilbar, mittels lebenslang durchgeführter KPE kann lediglich eine Linderung der Symptome erreicht werden.

 

Eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität lässt sich hingegen mit der Liposuktion erreichen. Dies bestätigten 95 Prozent der behandelten Patientinnen in unserer eigens durchgeführten Kölner Lipödemstudie aus dem Jahre 2012. 95 Prozent berichteten zudem davon, nach der OP schmerzfrei zu sein und in der Folge keine konservative Therapie mehr zu benötigen.

 


Fazit:

Das Lipödem ist eine sehr schmerzhafte Erkrankung, die das Leben der Betroffenen stark einschränkt. Eine frühzeitige Behandlung ist unerlässlich, die richtige Diagnose lässt bei vielen Patientinnen jedoch meist sehr lange auf sich warten. Wir nehmen Ihre Beschwerden ernst. Wenden Sie sich vertrauensvoll an das Team von CG Lympha und vereinbaren Sie einen Termin für ein Beratungsgespräch. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

 

Wir sind für Sie da!

Sie können über das Kontaktformular Informationsmaterial und/oder eine Lymphschleife anfordern, einen Untersuchungstermin vereinbaren oder sich zu unserer Informationsveranstaltung “LYMPHA” anmelden. 

Selbstverständlich stehen wir Ihnen während der Öffnungszeiten auch gerne telefonisch unter  0221.16 80 22-0  zur Verfügung.  

 

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