Was ist ein Lymphödem?


Ein Lymphödem ist eine chronische Erkrankung, die angeboren (primär) oder in Folge von Operationen, Infektionen oder Verletzungen (sekundär) auftreten kann.

Wenn das Lymphsystem gestört ist, kann die Lymphflüssigkeit nicht mehr richtig abfließen und sammelt sich im Gewebe, wo es zu einer Art Stau und somit zu Schwellungen kommt.


Im Unterschied zu den angeborenen primären Lymphödemen, handelt es sich bei sekundären Lymphödemen um Schwellungen aufgrund einer Zerstörung der Lymphbahnen – sei es durch Entfernung der Lymphknoten (Operation) oder sei es durch direkten Einfluss auf die Lymphbahnen (Verletzungen o.ä.) oder durch Infektionen.

Symptom ist eine Schwellung der betroffenen Körperregion: Drückt man auf das geschwollene Gewebe, bildet sich eine Delle. Betroffenen wird ein Anschwellen häufig erst bewusst, weil die Kleidung, der Schmuck oder die Schuhe plötzlich eng sitzen und unbequem sind. Die Schwellung fühlt sich meist noch relativ weich an. Sie tritt nicht unbedingt seitengleich auf, betroffen ist zum Beispiel bei Brustkrebspatientinnen nur der Arm auf der behandelten Seite. Schwere-, Druck und Spannungsgefühl: Die Haut an den betroffenen Körperregionen ist fest, prall und angespannt. Insbesondere Arme oder Beine fühlen sich häufig schwer an.

 

Die operative Entfernung der Lymphknoten lässt sich bei Krebserkrankungen oft nicht umgehen. In der Folge kommt es häufig zu Extremitätenschwellungen: bei Brustkrebspatientinnen ist jede dritte Frau vom Lymphödem betroffen, bei Operationen wegen Gebärmutterkrebsen oder Prostatakrebsen jeder vierte Patient. Das sekundäre Lymphödem ist keine Katasthrophe, aber es muss gemanagt werden! 

 

 



 Welche Therapie beim Lymphödem?


Primäre Lymphödeme sind angeboren und können nur durch konservative Therapie behandelt werden. Beim Sekundären Lymphödem gibt es verschiedene Möglichkeiten der Therapie, die auf eine Verbesserung des Lymphrückflusses zielen und eine Umfangsverminderung der betroffenen Extremität erreichen sollen. Dies gelingt nur dann, wenn die Lymphflüssigkeit sich durch die Komplexe Entstauungstherapie noch aus dem Gewebe verdrängen lässt. Im Laufe der Zeit lagert sich allerdings zusätzlich zur Flüssigkeit festes Gewebe in der betroffenen Extremität ab. Neueste Forschungen legen die Vermutung nahe, dass es sich hierbei nicht um Fettgewebe handelt, sondern um  

 

eine schwammartige, eiweiß-zuckerhaltigen Gewebeverbin-dung.Dieses Proteoglykan bindet viel Wasser. Da in der Lymphödem-gestauten Extremität die Fehlinformation „hier liegt viel Flüssigkeit vor“ an die Regulationsmechanismen des Körpers gesendet wird, bemüht sich der Organismus durch Aufbringen von noch mehr Proteoglykan diese Flüssigkeit zu sammeln. Dies misslingt, führt zu einer Zunahme der Schwellung und zur festen Umfangsvermehrung der gesamten Extremität. Diese Schwellung ist dann nicht mehr dellbar, so wie es zu Beginn der Erkrankung der Fall war.



Konservative Therapie

Ist die Schwellung noch dellbar, kann Sie durch konservative Therapie behandelt werden. Seit Jahrzehnten ist die manuelle Lymphdrainage die Basistherapie in der Lymphologie. Der Lymphtherapeut regt durch soft-intensive Gewebsverschiebung der Haut die Fähigkeit der Lymphgefäße anregen, Flüssigkeit herzwärts zu transportieren und sie so aus der betroffenen Extremität wieder ins zirkulierende System des Blutkreislaufs zurückführen.

Damit dieser Effekt erhalten bleibt, ist eine flachgestrickte Kompression der betroffenen Extremität zwingend notwendig. In der akuten Phase durch Bandagierung endödematisiert, wird die chronische Phase durch Bestrumpfung komplettiert. 

 

 





Manuelle Lymphdrainage und Kompression müssen durch eine exzellente Hautpflege zur Vermeidung von Infekten ergänzt werden. Diese Methoden werden unter dem Begriff der Komplexen Entstauungstherapie zusammengefasst und stellen das konservative Behandlungskonzept beim Lymphödem dar.
 

In Ergänzung der Komplexen Entstauungstherapie kann apparativ-intermittierende Kompression eingesetzt werden. Die Leistung des Apparates ersetzt die Arbeit des Physiotherapeuten jedoch nicht. Primäre Lymphödeme sind angeboren und können nur durch konservative Therapie behandelt werden, während für sekundäre Lymphödeme verschiedene moderne OP-Optionen zur Verfügung stehen. 


Operative Therapien

Seit kurzem ist es möglich das Sekundäre Lymphödem auch operativ zu therapieren. Die CG LYMPHA ist die erste und einzige Fachklinik, die Sie diagnostiziert und mit Ihnen gemeinsam die für Sie passende Therapieform – sei es konservativ, sei es operativ - findet. Folgende operative Methoden stehen als Therapie beim Sekundären Lymphödem zur Verfügung: 

Lymphologische Liposculptur: Die von Brorson 1998 entwickelte Liposuktion beim Sekundären Lymphödem wurde 2005 von Cornely modifiziert und zur Lymphologische Liposculptur nach Prof. Cornely™ optimiert. Zielsetzung der sanften Entfernung des zwischen Haut und Muskel liegenden Proteoglycan-Gewebes ist die Wiederherstellung der Kontur der betroffenen Extremität durch die Entfernung der soliden schwammartigen Substanz. Die operative Entfernung des umfangvermehrenden Gewebes beim Sekundären Lymphödem führt nicht nur zu einer Verbesserung des Lymphflusses, sondern auch zu einer Wiederherstellung der Symmetrie zwischen betroffener und nicht betroffener Extremität.

Die Lymphologische Liposculpture wird in einer den Patienten ruhigstellenden Schmerzausschaltung sowie einer lokalen Betäubung des Gewebes an der Extremität durchgeführt. Im Idealfall kann nach der Operation auf 80% der ursprünglichen Entstauungstherapie verzichtet werden. Die Ergebnisse – schlanke Extremität und weniger Lymphödem – sind dauerhaft. 

 


Lymphknotentransplantation: Die Lymphknotentransplantation verfolgt das Ziel durch Verpflanzung vitaler Lymphknoten in das durch Tumorchirurgie geschädigte Abflußgebiet wieder geregelte Abflusswege herzustellen. Die Lymphknoten werden mit umgebendem Fettgewebe sowie Arterien und Venen in der Regel in der Leiste entnommen und als freies Transplantat versetzt und an die Blutgefäße wieder angeschlossen. Die Lymphgefäße selber werden nicht anastomisiert. Diese neue Technik scheint vielversprechend zu sein, Langzeitergebnisse können jedoch noch nicht berichtet werden. 


Lymphovenöse Anastomose (LVA): Bei der supermikrochirurgischen Lymphchirurgie wird ein abflussbehindertes Lymphgefäß an eine oberflächliche, kleine Vene unter einem Mikroskop unter maximaler Vergrößerung mikrochirurgisch angeschlossen. So kann die Lymphe über die Vene abtransportiert werden und die Schwellung des betroffenen Bereiches nimmt ab. 


Wir sind für Sie da!

Sie können über das Kontaktformular Informationsmaterial und/oder eine Lymphschleife anfordern, einen Untersuchungstermin vereinbaren oder sich zu unserer Informationsveranstaltung “LYMPHA” anmelden. 

Selbstverständlich stehen wir Ihnen während der Öffnungszeiten auch gerne telefonisch unter  0221.16 80 22-0  zur Verfügung.  

 

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